Home | Impressum

Individuell wie ein Fingerabdruck – Migräne

Pochende Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit und Schwäche – Migräne ist für Betroffene eine starke Belastung. Ein geregeltes Leben hilft, einem Migräne-Anfall vorzubeugen. Doch lässt sich eine Migräne nicht immer sicher vermeiden. Wenn sich die typischen Beschwerden ankündigen, sind manche Wirkstoffe schnelle Helfer in der Not.

Migräne ist eine der häufigsten Krankheiten – in Deutschland kennt etwa jeder Zehnte die anfallsartigen Kopfschmerzen aus eigener Erfahrung. Selbst Kinder können von Migräne betroffen sein. Meist sind die Schmerzen halbseitig, teilweise auch hinter den Augen oder im gesamten Kopf spürbar. Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Schwäche begleiten den Kopfschmerz. Die Beschwerden dauern wenige Stunden bis zu drei Tagen lang an. Betroffene ziehen sich dann meist ins Bett zurück, wo sie ruhig und dunkel liegen können.

Einige Menschen erleben zuvor eine so genannte Aura, etwa in Form von Sehstörungen oder Lähmungen. Andere bemerken einen nahenden Migräne-Anfall zum Beispiel durch Gereiztheit oder besonders häufiges Gähnen.

Migräne ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Das gilt auch für ihre Auslöser: Schlafmangel, Stress, Hormonschwankungen oder Unterzuckerung können ebenso zum „Trigger“ eines Migräne-Anfalls werden wie Alkohol, bestimmte Lebensmittel oder Flüssigkeitsmangel.

Was aber geschieht im Kopf, wenn die Schmerzen wieder einmal zur Bettruhe zwingen? Wahrscheinlich kommt es zur Migräne, wenn der Stoffwechsel  eines Nervenbotenstoffes, Serotonin, gestört ist. Dies beeinflusst die Blutgefäße im Schädel. Als Folge kommt es zu einem Zustand, der einer Entzündung gleicht und damit zu den typischen Beschwerden.

Einige Menschen sind für Migräne anfälliger als andere. Offenbar ist diese Veranlagung in den Genen eingeschrieben. Wer erblich vorbelastet ist, muss dennoch nicht tatenlos auf die Migräne-Attacken warten. Zunächst ist detektivisches Geschick gefragt. Mithilfe eines Tagebuchs können Migräne-Betroffene ihre ganz persönlichen Auslöser aufspüren – und diese dann meiden. Ganz allgemein ist ein geregelter Tagesablauf ein guter Schutz vor Migräne-Anfällen. Ein klar strukturierter Tagesplan schützt vor Stress, ebenso regelmäßige Entspannung. Auch Ausdauersport ist zur Migräne-Vorbeugung empfehlenswert.

Was ist bei einem Migräne-Anfall zu tun? Es ist wichtig, dies mit einem Hausarzt oder Nervenfacharzt, einem Neurologen, zu besprechen. Es gibt es kein allgemein verträgliches Wundermittel gegen Migräne. Vielen hilft eine Kombination aus einem Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen) und einem Mittel gegen Übelkeit (Antiemetikum). Vielleicht empfiehlt der Arzt auch so genannte Triptane. Diese wirken schnell und ermüden wenig. Sie erhöhen jedoch kurzfristig den Blutdruck und sind daher bei Herz- Kreislauf-Erkrankungen nicht geeignet.

Bei häufigen und schweren Migräne-Anfällen oder auch bestimmten Migräne-Arten empfiehlt der Arzt eine Migräne-Prophylaxe. Das bedeutet, den Anfällen mit einer regelmäßigen Medikamenten-Einnahme vorzubeugen. Verschiedene Wirkstoffe sind dazu potenziell geeignet. Es erfordert Geduld herauszufinden, welcher individuell am besten wirkt und vertragen wird.

Es ist wichtig, zusammen mit dem Arzt gegen die Migräne vorzugehen. Achtung vor wahlloser Einnahme von Schmerzmitteln! Wer sie zu häufig schluckt, riskiert dauerhafte Kopfschmerzen, so genannte medikamenteninduzierte Kopfschmerzen. Besser ist es, zum Experten seiner Migräne zu werden. So lassen sich erste Anzeichen rechtzeitig erkennen und die einsetzenden Migräne-Beschwerden gezielt behandeln.

Links und Quellen

apomio – Preisvergleich für Medikamente, www.apomio.de
dr.waitz|medproduction – Redaktionsbüro für Medizin und Gesundheit, www.medproduction.de
Migräne-Liga Deutschland, www.migräneliga-deutschland.de
Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Akuttherapie und Prophylaxe der Migräne, www.dmkg.de/pdf/migrneleitlinien2008.pdf (Stand: 10/2008)
Mutschler, E.; Geisslinger, G.: Arzneimittelwirkungen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008

Mehr Infos für Ihre Gesundheit

  • eBook: Abnehmen ohne Diät und JoJo Effekt
  • Grapefruit
  • 5 Portionen Obst und Gemüse
  • Benutzerdefinierte Suche

    Suchfunktion