Bioverfügbarkeit von Nährstoffen
Unter Bioverfügbarkeit versteht man die Menge eines Nährstoffs, die tatsächlich aus dem Lebensmittel in den Körper aufgenommen und für diesen verfügbar gemacht wird. Diese Menge entspricht nicht unbedingt der Menge, die über die Nahrung zugeführt wird. Auf dem Weg durch den Magen-Darm-Trakt kommt es zu einigen Wechselwirkungen mit verschiedenen anderen Stoffen, die möglicherweise im Lebensmittel selbst enthalten sind oder gleichzeitig über andere Nahrungsmittel aufgenommen werden. Dadurch kann die Bioverfügbarkeit positiv oder negativ beeinflusst werden. Daher kann die Kombination von bestimmten Lebensmitteln für die Aufnahmefähigkeit eines Nährstoffs entweder hilfreich oder hinderlich sein.
Wechselwirkungen sind möglichBei einer Wechselwirkung hemmt ein Nährstoff z.B. die Absorption eines
anderen Nährstoffs. Mindestens zwei Nährstoffe benutzen hier den
selben Transportmechanismus, um durch die Darmwand in den Organismus zu
gelangen.
Wenn dieser Transportmechanismus durch einen Nährstoff bereits besetzt
ist, so kann ein anderer Nährstoff, der ebenfalls diesen Transportmechanismus
benötigt, nicht vollständig aufgenommen werden. Dieser Nährstoff
wird teilweise ungenutzt wieder ausgeschieden. Solche Wechselwirkungen sind
u.a. bekannt bei Eisen, Zink, Mangan oder Cadmium. Es besteht aber auch
die Möglichkeit, dass sich Nährstoffe in ihrer Bioverfügbarkeit
gegenseitig unterstützen. Das ist beispielsweise bei Eisen und Kupfer
der Fall.
Calcium ist ein lebsenswichtiger Mineralstoff, der nicht nur in Milch und Milchprodukten, sondern auch in einigen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten ist, wobei die Bioverfügbarkeit aus Milch wesentlich höher ist. Zu den hemmenden Faktoren der Bioverfügbarkeit gehören u.a. die Phosphorsäure, Oxalsäure, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Vitamin-D-Mangel oder eine erhöhte Darmbewegung. Diese Faktoren führen zu einer verminderten Calciumaufnahme in den Körper, ebenso wie bestimmte Medikamente und verschiedene Erkrankungen. Die Bioverfügbarkeit kann aber auch durch eine erhöhte Ausscheidung mit dem Urin negativ beeinflusst werden. Das passiert, wenn zu viel Eiweiß und Salz in der Nahrung enthalten sind oder viel Kaffee und Alkohol getrunken wird. Es gibt aber auch Faktoren, die die Bioverfügbarkeit fördern. So wird durch Vitamin D oder Fruchtsäuren die Aufnahme gesteigert. Deshalb ist es vorteilhaft Quark und Joghurt mit Früchten zu verzehren, da das Calcium durch die Fruchtsäuren besser aufgenommen werden kann.
Beispiel Multivitamin-PräparateNicht jedes Vitamin kann mit jedem problemlos kombiniert werden, denn auch Vitamine können untereinander interagieren. Doch die Arzneimitteltechnologie löst heute solche Schwierigkeiten, indem die unterschiedlichsten Vitalstoffe in einem modernen Multivitaminpräparat gesondert umhüllt werden, so dass diese zeitversetzt vom Körper aufgenommen werden.
Gesunde Ernährung mit viel AbwechslungDie Bioverfügbarkeit der verschiedenen Nährstoffe ist ein recht
umfangreiches Thema. Es ist kaum möglich die Nahrungsmittel so zu kombinieren,
dass alle Nähr- und Vitalstoffe optimal bioverfügbar sind. Aber
durch eine abwechslungsreiche Kost und durch Kombination bestimmter tierischer
und pflanzlicher Lebensmittel lässt sich die Bioverfügbarkeit
von
Nähr- und Vitalstoffen positiv beeinflussen. Wer sich also abwechslungsreich
und ausgewogen ernährt, braucht sicher keinen Lebensmittelchemiker
für seine Gesundheit.
Quelle: BioAging - Der neue Ratgeber von Vanessa Halen
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