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Proteine: lebenswichtige Körperstoffe nicht nur für die Muskeln

Bekannt sind Proteine als Helfer bei der Bildung von Muskelmasse. Doch sind ihre Funktionen von weitaus differenzierterer und vielschichtiger Bedeutung. Letztlich beeinflussen sie den größten Teil der Lebensprozesse des Körpers.

Was sind Proteine?

Proteine oder auch Eiweiße sind so genannte biologische Makromoleküle, deren Bausteine die Aminosäuren bilden. Sie kommen in allen menschlichen Zellen vor. Von 21 unterschiedlichen Aminosäuren spielen acht eine besondere Rolle, weil der menschliche Organismus sie nicht selbst herstellen kann. Also ist der Körper darauf angewiesen, dass sie mit der Nahrung aufgenommen werden.

Unterteilung der Eiweiße in zwei Hauptgruppen

Eine Gruppe bilden die globulären Proteine, die kugelig bis birnenförmig aussehen. Die meisten von ihnen sind gut in Salzlösungen beziehungsweise in Wasser löslich. Hierzu zählt zum Beispiel das Ov-Albumin, also das Protein des Eiklars.

Zur zweiten Gruppe gehören die fibrillären Proteine mit einer faserartigen oder fadenförmigen Struktur. Sie sind in der Mehrzahl nicht löslich und bilden die Stütz- und Gerüstsubstanzen wie die Keratine in Haaren und Nägeln oder wie Myosin, das zur Kontraktion der Muskeln verhilft.

Proteine zum Schutz, zur Blutbildung und zum Ankurbeln des Stoffwechsels

Als Produzenten von Antikörpern kommt den Proteinen eine Schutzfunktion für den Körper gegen Infektionen zu. Sie schirmen die Schleimhäute ab, weisen keimtötende Reaktionen auf und arbeiten bei der Bildung von Blutklümpchen mit, die großen Blutverlust verhindern. Andererseits hemmen sie eine zu starke Blutgerinnung, die zu einer Blockierung der Gefäße führen könnte. Als zahlreichste Proteine treten solche mit Enzymfunktionen auf, die für die Aktivierung der chemischen Reaktionen des Stoffwechsels verantwortlich sind.

Strukturproteine und Bewegungsaktivisten

Für die Haut, das Bindegewebe und die Knochen braucht der Organismus die Strukturproteine. Da sie den Zellenaufbau dominieren, beeinflussen sie im Endeffekt den gesamten Körperbau und die Gewebebeschaffenheit. Außerdem sorgen sie beim Menschen für Haare und Nägel, beim Tier für Wolle sowie Hörner, Klauen, Schnäbel usw. Um Bewegung zu ermöglichen, müssen sich die entsprechenden Muskeln zusammenziehen (Muskelkontraktion), was auch wieder bestimmte Proteine gewährleisten.

Eiweiß hat viele weitere Funktionen

Ebenfalls fungieren Proteine als Energielieferanten für den Organismus zum Beispiel in einem Hungerzustand (möglich: bis zu vier Kilokalorien pro Gramm). Einige von ihnen regulieren die Zellteilung, andere sind mit der Steuerung bestimmter Gene befasst.

Auch eine Transportfunktion erfüllen Proteine, beispielsweise befördern sie Sauerstoff, Eisen und bestimmte wasserlösliche Proteine, die ihrerseits die Fette durch das Blut transportieren. Auch am Hormonhaushalt sind Proteine beteiligt sowie an vielen weiteren Funktionen im Körper.

Nahrungsmittel mit hohem Eiweiss Gehalt

Beim Thema Ernährung muss zwischen der Aufnahme tierischer und pflanzlicher Eiweiße unterschieden werden. Zu den proteinhaltigen Nahrungsmitteln tierischer Herkunft zählen Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier sowie Milchprodukte (Käse, Quark, Joghurt etc.)

Pflanzliche Proteine befinden sich in Nüssen, Hülsenfrüchten, Champignons und Getreide. Einen außerordentlichen Platz besetzt hier Soja mit 41,6 % Eiweiß. Im Vergleich zu tierischen Proteinen nimmt der Mensch mit Sojaprodukten doppelt soviel Eiweiß wie über Fleisch auf, viermal soviel wie durch Eier und die zwölffache Menge von Proteinen, wie sie zahlenmäßig in Milch vorkommen.

Auch Erdnüsse enthalten eine Menge an Proteinen (27 Gramm Proteine in 100 Gramm Nüssen). Wegen ihrer schweren Verdaulichkeit wird jedoch zu maßvollem Genuss geraten. Beim Fisch ist es der Kabeljau, der ohne viel Fett, dafür reich an Proteinen, Vitaminen und Mineralien ein außerordentlich gesundes Nahrungsmittel darstellt.

Wie hoch ist der tägliche Eiweiss Bedarf?

Empfohlen wird eine Aufnahme von etwa 0.8 Gramm Proteine pro Kilo des Körpergewichtes am Tag. So sollte beispielsweise ein Mensch, der 80 Kilo auf die Waage bringt und reichlich tierische Produkte verzehrt, täglich 64 Gramm Proteine konsumieren.

Bei ausschließlich vegetarischer Kost steigt die empfohlene Menge von Eiweiß, um die notwendig größere Auswahl von Aminosäuren zu gewährleisten. Darum sollte ein Vegetarier ein Gramm pro Kilo Körpergewicht, bei 80 Kilo Körpermasse also 80 Gramm an Proteinen zu sich nehmen. Als Vorteil der vegetarischen Ernährung gilt jedoch unter anderem in diesem Bereich, dass der Organismus Proteine aus fleischloser Kost leichter verarbeiten kann.

Zu wenig Proteine?

Ein Defizit an Eiweiß ist innerhalb der Industrieländer nur durch extrem proteinarme Ernährung möglich und äußerst selten. Kommt es jedoch zum Proteinmangel, können Haarausfall, eine Schwächung des Immunsystems und in schlimmerer Form die Eiweißmangelkrankheit auftreten. Diese macht sich mit Symptomen bemerkbar, zu denen Muskelschwäche, Fettleber, Wachstumsstörungen und Wassereinlagerungen im Bauch (Hungerbauch) gehören, letztendlich führen diese Mangelerscheinungen zum Tod.

Andererseits kann auch ein übermäßiger Proteinkonsum gesundheitsschädlich sein. Weil der Körper sie nicht speichert, müssen die Proteine verarbeitet und als Fett abgelagert werden. Somit ist eine Ernährung mit ausgewogenen Proteinanteilen für die Gesundheit wichtig.

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