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Antworten finden: Das Lebensrad als Symbol buddhistischer Lebensphilosophie

Jeder erreicht auf dem Weg durchs Leben fortlaufend Stationen der Entscheidung: Ist es richtig, weiter in diesem Job festzustecken? Sollte ich umziehen? Wie glücklich bin ich in dieser Beziehung? In solchen Momenten der Orientierungslosigkeit suchen viele von uns Rat bei Freunden, der Familie oder in Ratgebern.

Das Lebensrad repräsentiert einen besonderen Weg, eigene innere Weisheit nutzbar zu machen – und verspricht Orientierung. Wer sich offen mit den Schattenseiten seines Lebens konfrontiert und diese aktiv annimmt, folgt der Aufforderung des Lebensrades, sein Leben neu zu ordnen.

Was ist das Lebensrad?

Das Lebensrad, im Sanskrit als Bhava-cakra, im Tibetischen als srid pa 'khor lo bezeichnet, ist Sinnbild der Lehre Buddhas, wie er sie erstmalig in Sarnath verkündete. Buddha, der diesen Kreislauf des Lebens unmittelbar vor seiner Erleuchtung sah, begriff das Lebensrad als Weg der Befreiung. Was weiter geschah? Als man den Schüler Buddhas, Maudgalyâyana, ständig von allen Seiten um Rat bat, ließ er seine Jünger ein Sinnbild seiner Lehren anfertigen - und beauftragte Mönche mit der Erläuterung der Bildersprache.

Oft mit zwei knienden Gazellen zu beiden Seiten dargestellt, hält ein scharfzähniges Ungeheuer das Lebensrad in den Klauen. Je nach Interpretation handelt es sich hierbei um den Dämon und Totengott Yama, der die den Menschen verschlingende Zeit symbolisiert, Mara als Versucher Buddhas oder den Riesen Rakshasa bzw. die Riesin Rakshasi. Lebensraddarstellungen finden sich in der Vorhalle tibetisch-buddhistischer Klöster als Wandmalerei: Als ein Spiegel der Selbsterkenntnis, der das menschliche Unbewusste - in verschlüsselter Form – repräsentiert.

Das Grundprinzip vom Rad des Lebens

In seiner Radmitte drehen sich die das Lebensrad antreibenden Kräfte: Schwein, Schlange und Hahn, die sich als geschlossener Kreis in den Schwanz beißen. Drei Kräfte, bezeichnet als unheilsame Wurzeln oder drei Gifte, aus denen alles Negative erwächst: Der Hahn steht für Gier bzw. das Prinzip der Anziehung, die Schlange für Hass und das Prinzip der Abstoßung, das Schwein für Verblendung und das Prinzip der eingeengten Sicht - alles Geisteshaltungen, die für Knechtschaft und menschliches Leid verantwortlich zeichnen.

Ein zweiter Ring umschließt dieses Zentrum und steht für den karmischen Auf- und Abstieg: In seinem schwarzen Abschnitt reißen Dämonen Menschen in die Tiefe, während der weiße Abschnitt glückliche, großzügige Menschen zeigt, die sich durch Verehrung Buddhas auszeichnen. Ein Schwarz-Weiß-Kontrast gegenläufiger Bewegungen, die das Rad in Gang halten.

Leben, Tod und Wiedergeburt – die sechs Lebensbereiche

Ein dritter Ring verknüpft die drei positiven bzw. negativen Optionen der Wiedergeburt mit den sechs Lebensbereichen.

Der erste zeigt die Welt der Götter: Verblendet und stolz, lebt man im Reich des Genusses die falsche Illusion, dass dieser Zustand ewig währt, doch mit der Wiedergeburt droht der Abstieg in niedere Daseinsbereiche. Der weiße Buddha erscheint und mahnt zur Meditation, die von der irrigen Vorstellung befreit, das eigene, genussverliebte Ich könne ungestraft ewig weiterleben.

Die Welt der Menschen verstrickt Lebewesen im Reich der Tat in Egoismus und Leidenschaften. Das Ergebnis: Alter, Krankheit und Tod. Der gelbe Buddha fordert die Menschen auf, echte Willenskraft zu entwickeln und verspricht: Wer als Mensch wiedergeboren wird, wird die heiligen Schriften verstehen.

Hungergeister, wegen ihres verengten Schlundes unfähig zu essen, bevölkern die dritte Welt, das Reich unbefriedigter Begierden. Der rote Buddha mahnt, Habgier und Geiz durch Freigiebigkeit und Opferwillen zu ersetzen. Angekommen in der Welt der Höllenwesen, erleiden hasserfüllte Menschen Hitze- und Kältetorturen. Buddha führt diesmal auf den Pfad der Geduld, während Totengott Yama über die Sünder richtet. Kugeln in zwei Gefäßen symbolisieren gute und schlechte Taten, so dass eine Waage über das Sünderschicksal entscheidet.

Der vierte Lebensbereich zeigt die Welt der Tiere: Unwissend und willensschwach von Geburt, gelangt der Mensch ins Reich der Furcht. Wer unwissend wie ein Tier ist, unterdrückt Tiere, um exzessiv Fleisch zu essen. Buddha will die Tiere mit dem Buch vollkommener Tugend ins Reich des Wissens geleiten, ein Schwert-Buddha weist den Weg sittlicher Zucht.

In der Welt der neidischen Halbgötter schließlich kämpfen diese gegen die wahren Götter, zum Wässern der Wurzeln des Wunschbaumes verdammt, während die Götter einen Handschlag in den Genuss der Früchte kommen.

Ganz gleich, ob als Gott, Halbgott, Mensch, Tier, Hungergeist oder Höllenwesen wiedergeboren – jeder erlangt im Wiedergeburtenkreislauf (Samsara) die Existenzform, die er sich im Leben verdient, doch Buddha vermag das Los zu erleichtern, indem er zur Erkenntnis führt. Entsprechend symbolisiert der Außenring in zwölf kettenartigen Stationen (Nidana) den Kreislauf von Geburt und Tod, angefangen mit dem Nichtwissen (blinde Frau) über Werden (Schwangere) bis Alter und Tod (als Leichenträger gezeigt). Nur wer die drei Wurzelgifte überwindet, kann Samsara verlassen – und Nirwana erreichen.

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In moderner Coaching-Praxis dient das Lebensrad als Tool für die Lebens- und Karriereplanung von Führungskräften, als Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung oder bei Burnout.

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