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Lichttherapie bei Depressionen

Licht und Farben, als heilende und wohltuende Wirkung, setzten bereits die Chinesen, die alten Ägypter und die Inkas ein, um Krankheiten vorzubeugen oder sie zu heilen. Auch Johann Wolfgang Goethe beschrieb in seiner Farbenlehre die wohltuende Wirkung von Licht auf Körper und Geist. Die Lichttherapie ist ein Naturheilverfahren.

Die saisonal bedingte Depression

Vielen Menschen verderben die dunklen Tage im Herbst die Stimmung. Sie fühlen sich lustlos, müde und niedergeschlagen. Tritt diese gedrückte Verstimmung regelmäßig zu Beginn der dunklen Jahreszeit auf, spricht man von einer saisonal abhängigen Depression (SAD), im Volksmund auch Winterdepression genannt. Die saisonale Depression ist eine eher selten vorkommende Unterform der Depression und stellt sich außerdem anders dar.

Die Betroffenen, die etwa 1% der Gesamtbevölkerung ausmachen, spüren in der dunklen Jahreszeit im Herbst und Winter eine ungewohnte Gier nach Süßigkeiten und nehmen an Gewicht zu. Depressiv erkrankte Menschen haben wenig Hunger und verlieren Gewicht. Saisonal Depressive sind oft müde und schlafen viel, während Menschen mit einer Depression unter Schlafstörungen leiden.

Experten vermuten, dass die saisonale Depression mit zu wenig Licht zu tun habe. Wie soll man fröhlich sein, wenn man im Dunkeln aufwacht und im Dunkeln von der Arbeit kommt? Zu wenige Sonnenstrahlen lösen die gedrückte Stimmung aus, weil Lichtmangel biochemische Veränderungen im Gehirn verursachen kann. Während im Dunklen der Körper das Schlafhormon Melatonin produziert, aktiviert helles Licht auch bei geschlossenen Augen das aktivierende Hormon Serotonin. So kann man mit hellem Licht die trübe Stimmung aufheitern. Im Frühjahr, wenn die Tage wieder länger sind, verschwindet die saisonale Depression von selbst – der Winterschlaf ist beendet.

Wer länger als zwei Wochen unter belastender Antriebsschwäche leidet, sollte ärztlichen Rat einholen. Hinter der gefühlten Abgeschlagenheit kann sich eine andere Krankheit verbergen.

Die Wirkung des Lichts auf den Körper

Bei saisonalen Depressionen wird gezielt eine Lichttherapie angewendet. Eine übliche Schreibtischlampe ist zu dunkel. Zum Einsatz kommen sehr helle Lichtquellen mit etwa 10.000 Lux, die den Lichtmangel des Menschen ausgleichen sollen. Empfohlen werden täglich 30 Minuten als Anfangsdosis für etwa zwei bis drei Wochen. Bei der klassischen Behandlung kommt weißes Licht zum Einsatz. Die Lichtbehandlung kann man zu Hause durchführen. Die Kosten für die Lampen zahlen die Patienten selbst.

Licht wirkt in Wellen auf den Körper ein. Bei einer Bestrahlung nimmt der menschliche Körper 80% der Strahlen auf.
Wohltuend wird die Lichttherapie in Kombination mit Farben empfunden. Weil jede Farbe eine andere Wellenlänge hat, dringt sie unterschiedlich tief in die Hautoberfläche ein und erreicht verschiedene Organe, die stimuliert oder beruhigt werden.

Farben lösen über die Augen Gefühle und Phantasien aus. So wirkt Rot anregend, während Blau beruhigt. Kombinationen von Farben aktivieren die Hirnzentren, die mit dem „Limbischen System“ verbunden sind. Das Limbische System steuert die vegetativ-nervösen Reaktionen. Sorgfältig ausgesuchte Farbkompositionen lockern seelische Verspannungen wie Angstzustände oder psychosomatische Schmerzen. Der niedergeschlagene und verkrampfte Mensch entspannt sich und verbessert sein Selbstwertgefühl.

Die Funktion und Wirkung der Lichttherapie

Bei der Lichttherapie mit Farben unterscheidet man warme und kühle Farben. Neben Blau und Rot haben auch alle anderen Farben eine besondere Wirkung auf den Körper. Die hellste Farbe ist Gelb. Sie vermittelt ein heiteres Lebensgefühl und kräftigt die Nerven.
Orange und Rot sind warme Farben. Sie fördern die Durchblutung und steigern Lebensfreude und Vitalität. Sehr empfindliche Menschen fühlen sich durch rote Farben verängstigt.

In der Mitte zwischen warmen und kühlen Farben liegt Grün. Diese Farbe gleicht Irritationen der Haut aus, beeinflusst positiv die Atemtiefe und sorgt für eine harmonische Stimmung.
Blau zählt zu den kühlen Farben, die Verspannungen lindern und die Konzentration fördern.

Die Nebenwirkungen der Lichttherapie

Gelegentlich kann die Lichttherapie zu trockenen Augen, Kopfschmerzen oder Hautrötungen kommen. Wer unter grünem Star leidet oder eine Netzhautablösung hatte, sollte vor der Behandlung einen Augenarzt befragen. Menschen, die Beruhigungsmittel oder Antibiotika einnehmen sollten bedenken, dass diese Medikation die Haut lichtempfindlich macht.
Als Naturheilverfahren ist die Licht- und Farbtherapie bei saisonalen Depressionen nicht wissenschaftlich bewiesen. Eine Ausnahme ist die Behandlung mit der kurzwelligen Infrarot-Bestrahlung, die bei Muskelschmerzen, Rheuma und entzündeten Nasennebenhöhlen zum Einsatz kommt.

Die Lebenserfahrung zeigt, dass Farben im Alltag die gute Laune beeinflussen können. Falsche Farbkombinationen, düster eingerichtete Wohnungen sowie Möbel und Tapeten, die farblich nicht zusammen passen, können die Stimmung und den Arbeitseifer negativ beeinflussen und im Schlafzimmer sogar die Ursache für Schlafstörungen sein.

Spaziergänge im Herbst, auch an trüben Tagen, liefern ausreichend Lichtenergie. Bewegung und frische Luft sind hier die positiven Nebeneffekte.
Wer sich für eine Lichttherapie bei depressiver Verstimmung entscheidet, ob mit weißem Licht oder als Farblichttherapie, sollte seinen Arzt befragen, ob die Behandlung angebracht ist.

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